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Pfarrei St. Peter und Paul Aschaffenburg-Obernau  > Ecuador-Rundbrief

Lieber Besucher, liebe Besucherin dieser Internetseite!

 

Ich freue mich, dass Sie sich über Ecuador und unsere Pfarreiprojekte informieren wollen.

 

 

Von 1998 bis 1999 war ich im pastoralen Einsatz in Ecuador tätig und durfte selbst die Projekte in unserer Partnerpfarrei in Quito mit aufbauen. Geprägt durch die Erfahrungen in diesem Land und dem Wissen um den Mangel an finanziellen Mitteln für ein menschenwürdiges Leben, versuche ich inzwischen, – gemeinsam mit meiner Familie - mich von hier aus für die Menschen, vor allem Kindergarten- und Schulkinder, in den Armenvierteln in Quito einzusetzen.

 

Karin, Néstor, AnaCristina und Sebastian Párraga-Farrenkopf

 

 
Trotz  dem Weggang von Karin  soll die Verbindung nicht abreißen, dies zeigen die Aktivitäten des Eine-Welt-Kreises, die Spende des Kommunionjahrgangs 2011 an Padre Lauren und unsere Stersingeraktion. Wir werden an dieser Stelle weiterhin den Ecuador-Rundbrief veröffentlichen um Sie über die Arbeit in Südamerika zu unterrichten.

 

 

 
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Aschaffenburg-Obernau / Quito11. November 2007

26.Ecuadorrundbrief

Liebe Freundinnen und Freunde!
Wie in jedem Jahr um diese Zeit möchten wir auch heute wieder unsere neuesten Informationen von Land und Leuten, den Projekten und finanziellen Unterstützungshilfen weitergeben.

Lichtblicke in der Politik
Aus weltpolitischer Sicht hörte man nicht viel im vergangenen Jahr, jedoch wurde durch die Wahl des neuen Staatsoberhauptes schon viel in Bewegung gesetzt. Am 15. Januar 2007 trat der neue Staatspräsident Rafael Correa sein Amt an. Zu den wichtigsten Punkten seines Regierungs-programmes gehören:
–Die Wahl und Abhaltung einer verfassungsgebenden Versammlung
–Die Stärkung der Rolle des Staates in der Wirtschaft
–Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsprogramme vor Schuldendienst
–Infragestellung der Dollarisierung der ecuadorianischen Wirtschaft
–Abbruch der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit den USA
–Nichtverlängerung des Vertrags, der den USA die Nutzung des ecuadorianischen  Luftwaffen-stützpunktes Manta erlaubt

Besonders die Arbeit der verfassungsgebenden Versammlung wird zum aktuellen Zeitpunkt mit viel Spannung und großer Erwartung verfolgt. Padre Lauren schreibt zur Situation: „Natürlich gibt es eine gewisse Unsicherheit und Angst in der Bevölkerung, was jedoch unter diesen Umständen, die wir erleben normal ist. Ich setze viel Vertrauen in die Arbeit des neuen Präsidenten, der die Probleme der Korruption bekämpft und klaren Einsatz leistet in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Wohnungsbau. Ja, ich bin davon überzeugt, dass Ecuador eine Kehrtwende von 180 Grad zum Positiven in Bezug auf Entwicklung, Wachstum und Lebenserwartung erfahren wird, wenn diese Regierung über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren an der Macht ist.“
Weiter erläuterte er: „Jede Erneuerung ruft eine Krise hervor, und wir befinden uns in einem Wechsel, der besonders Unsicherheit für die Investoren bedeutet. Aber in einem weiteren Jahr wird sich die Lage beruhigt haben und ein neuer Aufschwung mit all seinen positiven Auswirkungen sind gewinn- und zukunftsversprechend.“

Auch wir wünschen dem Land Ecuador mit all seinen Bewohnerinnen und Bewohnern, besonders den armen und benachteiligten Bevölkerungsschichten, ein humaneres und vor allem stabileres Leben, ganz im biblischen Sinn des „Lebens in Fülle“.

Die biblische Botschaft rührt uns an und verpflichtet uns jeden Tag aufs Neue, an einer besseren Welt mitzubauen

 Aus unserer Partnerpfarrei Nuestra Senora del Rosario del Pichincha in Quito gibt es wieder viel zu berichten. Gerne geben wir den aktuellen Situationsbericht von Padre Lauren und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiter.

Lichtblicke in der Infrastruktur des Barrios
Werfen wir zuerst einen Blick auf die Infrastruktur des Barrios. Wer die Fotos, der zum großen Teil noch nicht erschlossenen und dadurch nicht geteerten Straßen des Stadtteils schon einmal gesehen hat, der weiß, dass eine Verbesserung dieser Situation von Nöten ist. Und, so sagte uns Padre Lauren, gab es von Seiten der Stadt Quito in den vergangenen Monaten einen großen Einsatz im Bau und der Ausbesserung der Straßen. Es wurde geteert, Bordsteine gesetzt, gepflastert, Lichtleitungen verlegt und die Trinkwasserversorgung wurde erweitert. Dies sind Lichtblicke für die Menschen in unserer Partnerpfarrei „Nuestra Señora del Rosario del Pichincha.“ Wieder einmal wird mir bewusst, wie selbstverständlich ich diese bei uns als normaler Standard geltenden Dienste hinnehme. Vielleicht geht es Dir/Ihnen ähnlich?

Aufgaben für die Pastoral Social - Gemeindecaritas
Auf Pfarreiebene geht das Leben in den Kindergärten und Schulspeisesälen mit großem Elan weiter. Besonders hervorzuheben ist die

Betreuung der rund 200 Schulkinder zwischen 6 und 14 Jahren durch die Fachkraft Frau Charo Urralburu. Sie wird unterstützt von einigen Pädagogik-Studentinnen und -Studenten, die ein Programm erstellt haben und nun zwischen drei und fünf Jahren als Ehrenamtliche mitarbeiten. Zu ihren Aufgaben gehören sowohl die Hausaufgabenbetreuung mit spezifischer Hilfestellung für schwächere Schüler, als auch Aufbau von Kontakten zu sog. Problemfamilien und deren Betreuung.

Gerade Letzteres, die Begleitung von Familien mit Problemen, wie Alkohol, Drogen und Gewalt, sind eine große und immer wieder herausfordernde Aufgabe für unsere Pastoral Social = kirchliche Sozialarbeit der Pfarrgemeinde. Gerade in diesen so lebensbedrohlichen Situationen stehen die betroffenen Familien oft ganz alleine da, kommen ohne fremde Hilfe nicht aus diesem Teufelskreis heraus und verlieren oft noch alle emotionalen Bindungen zur Restfamilie. Die direkt Betroffenen müssen an professionelle Stellen vermittelt werden, und die Familienmitglieder brauchen psychologische Begleitung. Um dies gewährleisten zu können, sind Padre Lauren und sein Team auch auf finanzielle Hilfe aus dem Ausland, d. h. auf uns, angewiesen und für jede Unterstützung dankbar.

Seniorenarbeit
Zur Gemeindecaritas gehört auch die Betreuung von 40 Seniorinnen und Senioren. Diese Menschen kommen meist aus einem sozialen Umfeld, in dem kein Familienanschluss besteht. Ganz alleine und auf sich gestellt, leben diese armen Seniorinnen oft unter dem Existenzminimum. Gemeindegruppen der Pastoral Social kümmern sich um diese, in Form eines Mittagessens, einer Betreuung mit Bastelarbeiten bzw. binden sie in die Küchenarbeit mit ein und helfen ggf. beim Kauf der Medikamente.

Gesundheitsversorgung
Weiterhin sind Dr. Randy Llerena, der praktische Arzt mit seiner Frau und dem Sozialteam im Stadtteil sehr engagiert.
Unterstützt wird diese Arbeit durch die Fachärzte für Kinderheilkunde Dr. Quiñones und der Psychologin Dra. Elena Heredia. Trotz deren ehrenamtlichem Einsatz war und ist unsere finanzielle Unterstützung für Medikamente wie Impfungen, Entwurmungskuren, Behandlung von Atemwegs-erkrankungen, Hautkrankheiten usw. von Nöten.
Liebe Dankesgrüße dürfen wir an dieser Stelle von Gloria Congo und ihrem 4-jährigen Sohn Ronalito weitergeben, der im Sommer 2006 eine virale Hirnhautentzündung erlitt. Im vergangenen Jahr haben wir uns an den Kosten seines Krankenhausaufenthaltes beteiligt und im Laufe dieses Jahres wurde ein Teil der Kosten für seine Medikamente auch von uns bezahlt. „Was ihr einem meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Dieser Satz aus dem Matthäusevangelium wird hier ganz konkret.
Ebenfalls wurde unsere finanzielle Unterstützung gut eingesetzt für das 7-jährige Mädchen Alison Benavides, bei der an den Harnwegen eine sehr komplizierte Operation durchgeführt werden musste.

Schneiderwerkstatt und Friseursalon
Als ein weiterer Lichtblick können wir die kleinen Werkstätten im: Schneiderei- und im Friseurbereich bezeichnen. Erneut haben sich eine Gruppe von 10 bis 12 Mütter, die ohne feste Arbeit waren und deren Kinder in den Kindergärten der Pfarrei oder im Schulspeisesaal sind, zusammengetan. Diese Mütter haben das nötige Fachwissen erworben und sind mit Begeisterung in die Arbeit eingestiegen. Sie tragen somit maßgeblich zum Familienunterhalt bei, gerade dort ist dies wichtig, wo Mütter die Alleinerziehenden sind. Wir freuen uns über diese Initiative und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg und viele Aufträge.

Viele Lichtblicke, die sicherlich noch mit vielen Gesichtern und Personen zu verdeutlichen wären, gäbe es noch aufzuzeigen. Da uns dies nicht möglich ist, möchten wir uns wieder von ganzem Herzen für die großzügige, über das ganze Jahr verteilte Unterstützung bedanken.
Erwähnen wollen wir wieder die Gruppen und Kreise, die uns bekannt sind und schließen aber auch alle persönlichen Spenderinnen und Spender in unseren DANK mit ein!:
Pfarrei und Eine-Welt-Kreis St. Burkard, Würzburg, Missionskreis Leider, Firma Erbacher GmbH & Co, Kleinheubach, Wutzstock-Festival Obernau, Fair-Bananenverkauf Mozartvolksschule Obernau, Eine-Welt-Kreis, Obernau, Sternsingeraktion, Obernau, Kaplan Michael Prokschi für Weihege-schenke.

Freiwilliges Soziales Jahr für Tobias Wissel
Am 16. November 2007 ist Tobias Wissel aus München nach Quito in unsere Partnerpfarrei gestartet. Der 18-jährige junge Mann wird für ein Jahr in den Bereichen Kindergarten, Schulspeisesaal, Jugendarbeit und Gesundheitsversorgung mitarbeiten. Wir wünschen Tobias ein gutes Eingewöhnen und viele mutmachende Erfahrungen mit der ecuadorianischen Kultur und ihren Menschen.

Zum Abschluss einen Mut-mach-Text von Paul Weismantel:

Ich will glauben, dass der gute Wille,
die guten Gedanken, die guten Ideen,
die guten Werke und das Gutsein so vieler Menschen
mehr Wert hat als alles Böse.

Ich will glauben, dass die geschenkte Unterstützung,
die geleistete Hilfe, die verschenkte Güte
an so vielen Orten auf dieser Erde
mehr Wert hat als aller Hass.

Ich will glauben, dass das gezeigte Interesse,
das geduldige Zuhören, das respektvolle
Entgegenkommen mitten im Alltag,
mehr Wert hat als alle Arroganz.

Ich will glauben, dass das mitgetragene Kreuz,
die geteilte Trauer, ein Wort der Ermutigung,
die geschenkte Zuversicht in so viel Schwerem
mehr Wert hat als alles Jammern.

Ich will glauben, dass jedes ehrliche Gebet,
jeder Hilferuf, aber auch unser Verstummen,
alles echte Leiden aus Liebe bis zum Äußersten
mehr Wert hat als alle leeren Worte.

 

Liebe Ecuadorfreundinnen und -freunde!
Mit diesem Text, der unseren Glauben stärken will an unseren Gott, der vieles auf den Kopf stellt und der als kleines armes Kind – wie so viele unserer Kinder aus Quito und überall in der Welt – in unsere Welt gekommen ist,
wünschen wir Ihnen/Euch allen
von ganzem Herzen
ein frohes und erfülltes Weihnachtsfest
und Gottes Segen für das
Neue Jahr 2008

Ihre/Eure

 

Karin, Néstor, AnaCristina und Sebastian
Párraga-Farrenkopf