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Pfarrei St. Peter und Paul Aschaffenburg-Obernau  > Geschichte  > Haus St.Elisabeth

 

Werb’s Villa, Schwesternhaus, Haus St.Elisabeth

Das kurz vor der Jahrhundertwende erbaute »Schwesternhaus« ist mit der jüngeren Ortsgeschichte Obernaus eng verknüpft. Das Haus wurde von Pfarrer Sebastian Waldhäuser für seine Schwägerin und Haushälterin Anna Waldhäuser erbaut. Diese vererbte das Haus an ihre Verwandten, Klara und Franziska Werb die lange Zeit den Haushalt Pfarrer Waldhäusers führten (von diesen Verwandten stammt die Bezeichnung „Werbs-Villa“). Die Gemeinde Obernau erwarb dann dieses Haus aus dem Nachlass Werb, ehe es von der Pfarrer-Waldhäuser’schen Krankenpflegestiftung gekauft wurde.
Schwestern vom Orden der »Töchter des Allerheiligsten Erlösers« zogen 1921 in dieses Haus ein. Sie waren ein Vierteljahrhundert zuvor auf Betreiben von Pfarrer Waldhäuser nach Obernau gekommen, gaben Schulunterricht, bauten eine »Kinderbewahranstalt« und kümmerten sich um die Krankenpflege. Zeitweise lebten nach 1921 im Haus an der Sulzbacher Straße 6 fünf Schwestern. Sie richteten eine Bücherei ein - aus ihr ging später die öffentliche Pfarrbücherei hervor - und gaben Handarbeitsunterricht.

Während der NS-Diktatur wurden die Schwestern aus dem Schulunterricht verdrängt. Gleichzeitig quartierte die braune Obrigkeit die Krankenpflegestation aus dem Rathaus aus. Sie fand im
Haus St. Elisabeth
Schwesterhaus eine neue Bleibe. Um den Verbleib der Schwestern in Obernau zu sichern, übernahm die »Pfarrer - Waldhäuser- sche - Krankenpflegestiftung« das Gebäude, um es so dem Zugriff von politischer Seite zu entziehen. Nach deren Auflösung ging das Haus in den Besitz der Kirchenstiftung über, dem St. Peter und Paul-Verein war allerdings die Betreuung und die Unterhaltung des Schwesternhauses aufgetragen wor- den. In den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde umgebaut un renoviert. Die sanitären Anlagen brachte man auf neuzeitlichen Standard, die Kranken- pflegestation erhielt ein Ambulanz- zimmer, im Obergeschoss entstand eine Hauskapelle.

Da auch der in Obernau tätige Orden von Nachwuchsmangel nicht verschont blieb, konnten abgezogene Schwestern nicht mehr ersetzt werden. 1994 hieß es dann endgültig Abschied nehmen: Die Kindergartenschwester Ermfriedis Weissenberger und die Krankenschwester Mamerta Weigand waren die letzten beiden Vertreterinnen ihres Ordens, die Obernau in Richtung Mutterhaus verließen. Danach stand das Gebäude sieben Jahre leer.

Im Jahre 2002 kehrte nach neunmonatiger Umbauzeit wieder Leben in die Räume ein.
Die Gemeinderäume der evangelischen St.-Matthäus-Gemeinde - ein Mehrzweckraum, der für Gottesdienste, Versammlungen und Gruppenstunden genutzt werden kann, die Sakristei, eine Teeküche sowie die nötigen Sanitärräume - sind im Erdgeschoss untergebracht.
Ober- und Dachgeschoss wurden für Wohnzwecke umgebaut und sind vermietet.

 

Quelle: Obernau 1191 – 1991 Beitrage zu Vergangenheit und Gegenwart, H-B Spies u. R. Welsch
Obernau Einst und Heute, Dorfbild im Wandel der Zeit, Horst Schäfer (Ernst Bäppler, Klaus Hapke)