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OKTOBEREs ist noch früh und ich genieße die Ruhe, das funkelnde Morgenlicht eines verheißungsvollen Tages und die bunten Herbstfarben. Mein Herz ist auf Dank gestimmt. Das passt zum Thema dieses Monats und zu den kleinen Impulsen für ein dankbares Leben, die Friedhelm Geiß formuliert hat:
Sag doch einfach mal „Danke“ - und du siehst mit neuen Augen. Sag doch einfach mal „Danke“ - und du lernst wieder staunen über Kleinigkeiten. Sag doch einfach mal „Danke“ - und der Konkurrenzkampf hat ein Ende. Sag doch einfach mal „Danke“ - und die Rechthaberei verstummt. Sag doch einfach mal „Danke“ - und die schlechten Gedanken verkümmern. Sag doch einfach mal „Danke“ - und die Atmosphäre wird spürbar besser. Sag doch einfach mal „Danke“ - und du lernst, was glauben bedeutet. Sag doch einfach mal „Danke“ - und du durchbrichst die Selbstverständlichkeit. Sag doch einfach mal „Danke“ - und du findest wieder einen Zugang zu Menschen. Sag doch einfach mal „Danke“ - und du kannst wieder aufatmen. Sag doch einfach mal „Danke“ - und du entdeckst einen Schatz. Sag doch einfach mal „Danke“ - und die Gesichter werden fröhlicher. Sag doch einfach mal „Danke“ - und lass dich beschenken. Sag doch einfach mal „Danke“ - und denk nicht: Wie muss ich's vergelten? Sag doch einfach mal „Danke“ - zu einem Menschen. Sag doch einfach mal „Danke“ - zu Gott. Sag doch einfach mal „Danke“ - sag's doch!!
Am Erntedankfest 2009 Ihr Pfr. Robert Heßberger
AUGUST
Liebe Gemeinde,
fühlen Sie sich „reif für die Insel“? Oder zieht es Sie in „höhere Gefilde“? Egal, ob Meer oder Gebirge: Die meisten von uns werden in diesen Wochen in den langer-sehnten Urlaub aufbrechen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich in der schönsten Zeit des Jahres gut erholen. Dabei dürfen Sie sogar ein gutes Gewissen haben. Denn Pause machen und Nichtstun gehören zu den klassischen Formen spirituellen Lebens.
Auf ein guterholtes Wiedersehen freut sich, auch im Namen des Seelsorgeteams
Ihr Robert Heßberger
PFINGSTEN
Preiset den Geist der die Lüfte erfüllt, der wie ein sturmwind die Erde umwittert, Lebendes wandelt und Totes erschüttert und die allmächtige Liebe enthüllt. MAI
Maria, Maienkönigin, Dich will der Mai begrüßen, o, segne ihn mit holdem Sinn und uns zu Deinen Füßen. Maria, wir empfehlen Dir, was grünt und blüht auf Erden; o lass es eine Himmelszier in Gottes Garten werden.
Das MISEREOR-Hungertuch 2009Das Osterlicht – Unser Grund zur Hoffnung
| ![]() Während der Fastenzeit gehen wir auf Ostern zu. Die Osterkerze erleuchtet die Gesichter der Menschen. Beseelt von Christi Geist werden die Menschen das Antlitz der Erde erneuern und der Schöpfung Bruder und Schwester sein.
Wo sonst fänden wir Grund zu Hoffnung in dieser selbstmöderischen Welt wenn nicht in dir? Woher sonst käme das Leuchten auf unseren Gesichtern wenn nicht von deinem Licht? Für unsere Augen unsichtbar bist du in unserer Mitte wann immer wir miteinander auf dem Weg sind
Unser Herz brennt Unsere Fragen werden zur Antwort
Beseelt von deinem Geist werden wir in deinem Namen das Angesicht der Erde erneuern
Versöhnte SchöpfungVertreterInnen aller Kontinente haben sich versammelt, ungeachtet aller Unterschiede: eine Europäerin, ein Lateinamerikaner, ein Asiat, ein Araber, eine Afrikanerin und ein afrikanischer Junge als Vertreter der kommenden Generationen, die ja auch Teil der Schöpfung sein werden und über deren Schicksal wir jetzt entscheiden. Der Mensch ist selbst Teil der Schöpfung, seine Verfügungsgewalt ist begrenzt. Das verantwortliche Handeln für den Klimaschutz ist ein Zeugnis, wie Christen ihren Auftrag zur Bewahrung und Gestaltung der Schöpfung ernst nehmen. Die vorrangige Option für die Armen, Schwachen, Benachteiligten und Nichtbeteiligten ist ein Wesenskern des christlichen Glaubens. Deshalb ergreift die Kirche solidarisch Partei für Gottes Schöpfung und für die Opfer des Klimawandels, insbesondere für Arme, Alte, Kranke, Kinder, Ungeborene und die kommenden Generationen.
KünstlerDer nigerianische Künstler Tony Nwachukwu gestaltet das Hungertuch 2009.
1 Minute vor 12 – Wohin treibt die Welt?
Auf dieser Seite sehen wir eine düstere, fast apokalyptisch anmutende Szenerie: die Zerstörung unserer Welt ist bereits weit fortgeschritten. Alles ist in Unordnung: Das Land ist erodiert und ausgetrocknet, die Erde zerschunden und zerrissen, die Pflanzen biegen sich verdorrend zur Erde. Sie ernähren niemanden mehr. Die Meere und Flüsse steigen an, werden zu reißenden Fluten, die Menschen, Hütten und alles Leben mit sich reißen. Der Junge treibt neben Tierkadavern hilflos auf einem Giftfass durch die todbringende, verdreckte Flut. Das Kind mit den Zügen des 6-jährigen Sohns des Künstlers, schaut uns an, bittet um Hilfe. Im Hintergrund scheint der Boden höllengleich zu glühen, Erde und Wälder stehen in Flammen. Industrieschlote verpesten die Luft in zahlreichen Regionen der Erde und drohen die Schöpfung zu zerstören.
Guter Gott Du hast die Welt geschaffen und alles, was da lebt.
Deine gute Schöpfung hast Du uns anvertraut. Nicht ausbeuten sollen wir sie, sondern bewahren. Dein Schöpfergeist will alle Völker versammeln um das Licht Deines auferstandenen Sohnes. Er will Hoffnung und Leben aller sein - auch der künftigen Generationen.
Und Gott sprach – Schöpfung durch Geist und WortOben im Bild ist die Schöpfung durch Wort und Geist: Gott schafft die Welt mit allem, was lebt (Gen 1: »Und Gott sprach«). Als Christen glauben wir, dass Gott die Erde geschaffen hat, wie es die biblische Schöpfungserzählung überliefert: »Gott sah alles an, was er gemacht hatte: es war sehr gut.« Gottes Schöpfung bewahren - damit alle leben können
Der globale Klimawandel ist bereits Realität. Wir spüren seine Auswirkungen buchstäblich am eigenen Leib: Hitze und Dürre, Stürme und Starkniederschläge, Gletscherrückgang und Überschwemmungen, Ernteausfälle und Ausbreitung von Krankheiten. Als diejenigen, denen die Schöpfung als Leihgabe von Gott anvertraut worden ist, tragen wir Menschen Verantwortung für sie. Das Misereor-Hungertuch 2009 lädt sie ein, sich während der Zeit des Fastens und der Besinnung zwischen Aschermittwoch und Ostern mit dieser Verantwortung auseinander zusetzen. http://www.misereor.de/aktionen-kampagnen/hungertuch.html
ASCHERMITTWOCH / FASTENZEIT
Jetzt ist die Zeit, Luft zu holen.
Jetzt beginnen die Wochen des Ich lasse mich in den kommenden Wochen bewusst darauf ein.
Jeden Tag neu.
NEUJAHR 2009
Liebe Mitchristen,
in diesen Tagen „Zwischen den Jahren“ blicken wir zurück und nach vorne. Auf was können wir zurückblicken – persönlich und familiär, in Stadt und Gemeinde, in Kirche und Staat? Mit welchen Aussichten starten wir ins Neue Jahr? Unsere Pfarreiengemeinschaft „Maria Frieden“ beginnt Leben
Es ist das Verdienst unserer zahlreichen aktiven Mitglieder, die sichehrenamtlich einbringen und mitbauen an einem lebendigen Gemeindegeschehen, dass wir dem kommenden Jahr zuversichtlich entgegensehen können. Dafür danken wir Gott und Ihnen allen in unseren Gottesdiensten zum Jahreswechsel, zu denen wir herzlich einladen. Dank für das Vergangene – Hoffnung für das Zukünftige. An Silvester werden wir wieder eine Türe schließen und eine neue Türe öffnen.Wir blicken zurück, ziehen Bilanz, aber wir schauen auch nach vorne. Gott hat am ersten Weihnachten einen Neuanfang mit den Menschen gemacht - in der Menschwerdung seines Sohnes. Seitdem hat eine neue Heilzeit für uns Christen begonnen. Einen guten Jahreswechsel und reichen Segen im Neuen Jahr 2009 seit Christi Geburt wünsche ich Ihnen im Namen des Seelsorgeteams
Pfr. Robert Heßberger
WEIHNACHTEN 2008
Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht. (Jes. 9,1 a) Die Nacht ist die Zeit der Stille, der Sammlung. Still muss ich werden, gesammelt, offen. Jener, der zu mir kommen will, will mein Heiland, mein Retter sein. Rühmen und Preisen Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten (Lk. 2,20a)) Dir Hirten sind die Armen, ihre Hände sind offen, leer. Darum können sie auch den Neugeborenen aufnehmen. Wer Gott in sich aufgenommen hat, der kann nur noch Gott rühmen und preisen. Das Lob Gottes strömt aus ihm heraus.
Ganz nah ist GOTT uns Menschen. Wie vieles in der Nähe von uns, nehmen wir IHN nicht wahr. Jetzt, in der Zeit des Advent und an Weihnachten, kann ich auf Entdeckungsreise gehen. Mich aufmachen, IHN zu finden. Von IHM bin ich bereits gefunden. In mir ist ER - Finde ich IHN.
In mir... ... kann Weihnachten werden, ... kann ER Mensch werden.
Es kommt auf mich an. GOTT lässt sich finden.
Dass auch SIE das helle Licht sehen und wie die Hirten das Mensch-gewordene Wort rühmen und anbeten dürfen, ist unser Wunsch zum Weihnachtsfest 2008.
Für das Seelsorgeteam Pfr. Robert Heßberger
ADVENT
Ich möchte
Umkehren möchte ich in den kommenden Tages des Advents aus meinen falschen Vorstellungen, aus meiner Halb- und Hartherzigkeit,
aus meiner nachlässigen Achtsamkeit, aus meinem oberflächlichen Beten.
Einkehren möchte ich in den kommenden Tagen des Advents in die Mitte meines Lebens, in die Stille meines Herzens, in die Tiefe meiner Seele, in die Gegenwart Gottes.
Bekehren möchte ich mich in den kommenden Tagen des Advents zu mehr gelebter Wachsamkeit, zum größeren Vertrauen auf ihn, zur Vorfreude auf sein Kommen, zum wahren Gott meines Lebens.
Paul Weismantel Advent 2008
NOVEMBERBetrachtungen zum Christkönigsfest Mit dem heutigen Christkönigssonntag geht das Kirchenjahr zu Ende: Wenn wir das Wort König hören, so tauchen vor uns die Bilder seiner Würde auf – wie die Krone, das Zepter, sein prunkvoller Königmantel, Schloss und Dienerschaft. Unser Altarbild, das wir im folgenden betrachten wollen, zeigt einen anderen König: Schauen wir das Altarbild in einzelnen Schritten an. Die Steine zunächst: Das Mosaik des Altarbildes setzt sich aus Marmor- und Edelsteinen, so vor allem den Onyx zusammen: Der Onyx ist ein Edelstein, ein Chalzedonit, benannt nach einer Handelsstadt am Bosporus. Dieser Stein findet in der Geheimen Offenbarung besondere Erwähnung, die auch für die Deutung des Altarbildes relevant ist: Er ist nämlich einer der zwölf Steine, aus denen die Fundamente des Himmlischen Jerusalem am Ende der Zeiten bestehen. Wir lesen im 21. Kapitel der Apokalypse: „Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt ... der dritte ist ein Chalzedon.“ Dieser Chalzedon war zugleich einer der Steine, den der Hohepriester als Zeichen seiner Würde auf seinem Obergewand trug. Die Wahl des Steines also sagt und: Vor dem Betrachter erhebt sich der Hoheprieser der Endzeit.
Schauen wir das Bild noch genauer an: Christus, im reifen Mannesalter und in ein weißes Priestergewand gekleidet, wendet sich der Gemeinde zu. In der von uns aus gesehen rechten, zu einer Schale geformten Hand, trägt er das mit Steinen verzierte Buch des Lebens, in das jeder einzelne von uns eingeschrieben ist. Seine Linke weist in einem entschiedenen Gestus auf die Apostel und Patrone unserer Kirchengemeinde – Petrus und Paulus. Um sein Haupt trägt er einen durchkreuzten Heiligenschein, der sich von seinem Mund ausgehend spiralförmig entfaltet. Seine Füße sind teils beschuht, teils nackt. Den Raum unter seinen Füßen nehmen die vier lebenden Wesen aus der Geheimen Offenbarung ein: - der Adler, Symboltier des Evangelisten Johannes blickt in Richtung der beiden Apostel. Löwe, Stier und Menschengesicht schauen zur Gemeinde. Die Linke Christi, geradlinig aus der Seitenwunde Christi kommend, durchstößt ein Gewebe, ein Tuch, das noch nicht zu Ende gewoben zu sein scheint und verweist auf einen Torbogen, in den ein Engelflügel hineinragt. Die beiden Apostel selbst, bereits betagt, mit einem Ober- und Untergewand bekleidet, Schuhe an den Füßen, blicken Christus an. Petrus trägt in seiner Rechten einen fast urbildhaft gezeichneten Schüssel, die Linke ist zu einem Sprechgestus erhoben. Den Völkerapostel Paulus kennzeichnen Evangelium und Märtyrerschwert, dessen Spitze am Fuß des Apostels endet. Beide stehen scheinbar auf einer Wasserfläche, aus der ein Fisch herausragt. Das Bild endet mit der Andeutung eines Bootes. Welche Deutung können wir nun diesem Bild geben? Zeit und Ewigkeit fließen in diesem Meditationsbild zusammen. Die Ewigkeit: Christus thront im Himmel, umgeben von einem Chor von Engeln, angedeutet in den verschiedenartig gestalteten Schwingen. Der Betrachter kennt ihr immerwährendes Lied aus dem Sanktus der Heiligen Messe: Heilig,heilig,heilig...“(Apk 4,8) Und die Zeit: Das Christusbild, das die Künstlerin Sr. Michael Kroemer zeichnet, ist das des menschgewordenen am Kreuz gestorbenen Erlösers (siehe seinen Heiligenschein) und zugleich des kosmischen Christus (z.B. im Bild der vier lebenden Wesen zu seinen Füßen). Auffallend ist sein unterschiedliche Fußbedeckung. Nichtbeschuht und beschuht bedeutet: Er tritt mit seinem Vater und mit den irdischen Kräften in Verbindung, um „damit sämtliche Kräfte zu Hilfe zu rufen“. So ist er Mittler zwischen Gott und Mensch, der neue Hohepriester, der mit den Menschen gelitten und „den Himmel durchschritten hat.“(Hebr 4,14) Zugleich ist er der zeitlose kosmische Christus, der das Buch des Lebens in Händen hält. Von ihm, Christus, singen die Engel in der Geheimen Offenbarung: Ihm der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm, gebühren Lob und Ehre und Herrlichkeit und Kraft in alle Ewigkeit. Amen“ (Apk 5,13) und die vier Lebewesen stimmen mit ein: „Amen, Lob und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre und Macht und Stärke unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen“ (Apk 7,11) Diesem vorrangig zeitlosen Aspekt im Altarbild, wie ihn die Apokalypse schildert, steht die historische Berufung der Jünger beispielsweise im Markusevangelium gegenüber. Im ersten Kapitel beruft Jesus Simon Petrus und Andreas am See von Tiberias mit den Worten „Kommt her, folgt mir nach“ (Mk 1,16) und im sechsten Kapitel dieses Evangeliums sendet Jesus dann seine Jünger aus „jeweils zwei zusammen“ mit der Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben. (Mk 6,7) Das Wasser auf dem unsere beiden Apostel stehen, bedeutet das Wasser der Taufe, aus dem wir Christen selbst wiedergeboren sind „aus Wasser und Geist“ zum Aufbau seines Reiches und er Kirche. Ganz in der Tradition der frühen Kirche führt das Bild zudem das bedeutendste Ereignis im Leben des Petrus vor Augen: die Übergabe der Schlüsselgewalt an ihn. Petrus hat bei Caesarea Philippi feierlich Jesus als Sohn Gottes bekannt, so dass Christus zu ihm die Worte sprach: „Selig bist du, Simon, Sohn des Jonas: Denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater der im Himmel ist.“ Damit hat Jesus, der wahre Grund- und Eckstein der Kirche, auch Petrus zum Felsenfundament gemacht. Neben ihm steht der Völkerapostel Paulus, der damals noch nicht Apostel war, aber den Vorrang des Petrus rückhaltlos anerkannt hat. So überlagern sich in diesem Bild, wie es auch in einer Meditation geschieht, verschiedene Schichten, Deutungs- und Zeitebenen übereinander. Christus ist Hoherpriester in Ewigkeit. Aber – er sitzt auf keinem herrschaftlichen Thron, er triumphiert nicht, er erniedrigt nicht, sondern er ist da – als Gekreuzigter, der das Leid und den Tod kennt, er ist einer, der mit den Menschen unseres Ortes, unserer Landschaft und unseres Landes ist, um ihnen Weisung zu geben, ihnen Mut zu machen, sie aufzufordern und einzuladen, ihr Leben in allen Höhen und Tiefen anzupacken und für die Wahrheit Zeugnis zu geben. Das Obernauer Christusbild möchte uns verdeutlichen: Christus ist kein Märchenkönig und kein Triumphator – er ist ein König für die Menschen und sein Wort der Nachfolge in seinem Namen und in seinen Dienst richtet sich bis heute an jeden einzelnen Christen in Obernau. Das Licht über dem Altarbild Die Ostwand der Kirche ist ohne Fenster: Das Fenster ist der Erlöser Jesus Christus selbst, mit seinen Engeln, Boten und allen Menschen guten Willens. Das Nordfenster hingegen ist als großflächiges von viel Licht durchbrochenes Wabenfenster gestaltet. Zur Pfingstzeit, aber vor allem in den Sommermonaten zur Zeit des Abendgottesdienstes fällt das Licht der untergehenden Sonne zuerst in spärlichen Lichtflecken, dann in Überfülle in den Altarraum und überdeckt fortschreitend wie mit Zungen aus Feuer das ganze Altarbild. Am beeindruckendsten aber ist wohl der Weg des Lichtes über dem blauen Westfenster: Zur Weihnachtszeit, wenn der Sonnenball im tiefsten Punkt des Jahres die Erde mit nur wenigen Strahlen berührt, fällt am frühen Nachmittag das Licht des Westfensters auf die Altarwand und umrahmt in einem leuchtend blauen Band unser Altarbild. Die Aussage zu diesem Zeitpunkt des Jahres ist offenkundig: Christus, der Retter, der ersehnte „neue Sonne der Gerechtigkeit“ ist uns Menschen erschienen. Die Verheißungen haben sich mit Jesu Geburt erfüllt. Kommt lasset uns anbeten.
Peter Spielmann 2003
Das letzte Stück- die letzte Wegstrecke muss jeder alleine gehen
Bergsteigen war das liebste Hobby von Herrn und Frau Gruber. Unzählige Gipfel hatten sie schon gemeinsam bestiegen. Meist gingen sie angeregt plaudernd nebeneinander, bis der Weg so eng wurde, dass sie zu zweit nicht mehr vorwärts kamen. War eine Wegstrecke besonders schwierig, ermunterten sie sich gegenseitig, bis sie es geschafft hatten. Das letzte Stück des Weges ging Frau Gruber meistens alleine vor, während Herr Gruber ihr in seinem Tempo folgte. Am Zielpunkt erwartete Frau Gruber dann ihren Mann, um mit ihm gemeinsam die schöne Aussicht zu genießen.
Im letzten Jahr war Frau Gruber krank geworden. Als der Arzt ihr die Diagnose mitteilte, war die neurologische Erkrankung bereits im fortgeschrittenen Stadium. Herr Gruber war rührend um seine Frau besorgt. Trotz der schlechten Prognose hoffte er auf ein Wunder. Aber seiner Frau ging es von Tag zu Tag schlechter. Schließlich lag Frau Gruber pflegebedürftig im Bett und ihr Tod rückte näher. Herr Gruber saß meist bei ihr und hielt ihre Hand. Eines Tages konnte er ihr Leiden nicht mehr mit ansehen. Schluchzend stammelte er: „Ich würde dir so gerne helfen. Gibt es irgendetwas, das es dir leichter machen würde?“ „ Hol mir das dicke Wanderbuch“, flüsterte Frau Gruber. Liebevoll drückte Herr Gruber ihre Hand und machte sich sogleich auf die Suche nach dem Gewünschten. Er musste lange suchen, denn das Buch stand nicht an seinem üblichen Platz. Schließlich fand er es ganz hinten im Regal und ging zu seiner Frau zurück. Doch als er in ihr Zimmer kam, war es ganz still. Friedlich lag Frau Gruber im Bett. Sie war tot. Verzweifelt sank Herr Gruber in sich zusammen. Weinend stammelte er: „Wir haben immer alles gemeinsam gemacht. Aber gerade zu dem Zeitpunkt, wo es für dich wahrscheinlich am schwersten war, habe ich dich alleine gelassen. Ich war nicht da, um dir beim Sterben beizustehen. Das verzeihe ich mir nie.“ Da rutschte ihm das dicke Wanderbuch aus der Hand und ein loser Zettel fiel auf den Boden. Erstaunt stellte Herr Gruber fest, dass seine Frau ihm eine Botschaft hinterlassen hatte. Auf den Zettel hatte Frau Gruber Folgendes geschrieben: Denk an unsere Berge! Du weißt doch: Das letzte Stück ist immer das schwerste. Diese Wegstrecke muss jeder alleine gehen. Wenn du das liest, bin ich wahrscheinlich schon am Ziel angekommen. Auch du wirst eines Tages den Weg dorthin finden. Ich verspreche dir, dass ich dort auf dich warten werde. |
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