Spessartprojekt -Europäischer Kulturweg- Kulturweg Obernau„Der Mensch denkt und Gott lenkt“,
sagt eine alte Weisheit. Der denkende Mensch schafft sich eine
Kulturlandschaft, doch Ohne Gottes Segen gedeiht sie nicht. Die Augen
hierfür zu öffnen, ein umfassendes Bild der heimischen Landschaft in
all ihren Facetten zu schaffen, dabei aber auch klischeehafte
Vorstellungen über Natur und Landschaft zurechtzurücken – dies alles
ist der Sinn der Kulturwege. Weit über 30 sind durch das
„archäologische Spessartprojekt“ bereits entstanden, und auch in Obernau ist es bald soweit. Am Samstag, dem 06. Oktober 2007 wird unser Kulturweg eröffnet. Seinen
Ausgangspunkt nimmt er an der Wendelinuskapelle am Parkplatz der
Mehrzweckhalle. Er führt zu markanten Punkten in der Obernauer Flur und
bezieht auch die sichtbar gewordenen baulichen Glaubenszeugnisse ihrer
Bewohner mit ein. Womit wir wieder beim Thema GOTT wären. Seinen
Segen für unsere Arbeit am Projekt, für unsere schöne Obernauer
Landschaft und für alle dort lebenden Menschen wollen wir erbitten am
Eröffnungstag um 14 Uhr im ökumenischen Gottesdienst im Grünen vor der
Mehrzweckhalle, mit dem wir den Kulturweg einweihen. Hierzu laden wir alle Obernauerinnen und Obernauer recht herzlich ein. P.S.
„Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“ heißt es in einem anderen
Sprichwort. Noch gut fünfzigmal können sie schlafen und auf Eingebung
hoffen, die Mitglieder der im Vereinsring Obernau gebildeten
Arbeitsgruppe, bis sie ein zündendes und Obernau gerecht werdendes
Motto für den neuen Kulturweg gefunden haben. Die beruhigende
Nachricht: Alles Andere, das Organisatorische und Technische, ist auf
gute Wege gebracht.
Hurra, wir haben es gefundenwas nützen all die schönen Worte, bleibt bodenständig. In Obernau, da ist der Himmel blau...unter diesen Titel haben wir den 62. Europäischen Kulturweg - Aschaffenburg 5 - gestellt und laden nochmals herzlich ein. Samstag, 6. Oktober 2007, 14.00 Uhr, Treffpunkt an der Mehrzweckhalle 14.00 Uhr - Ökumenische Andacht an der Wendelinuskapelle - Begrüßung durch Oberbürgermeister Klaus Herzog - Grußwort des Vereinsring-Vorsitzenden Frank Cornel Musikalische Begleitung durch den Musikverein Melomania Obernau - Station „Kapelle Maria Frieden“ - Station „Am Judenpfad“ ca.16.00 Uhr - Station „Streuobstwiesen“ Kräftigung mit „Schlaraffenburger Apfelsaft“ - Station „Mainlandschaft und Schleuse“ - Station „An der Hauptstraße“ ca.17,30 Uhr - Abschließende Einkehr in der Mehrzweckhalle mit „Krumbernsupp unn Quetschekuche“ Musikalische Begleitung: Mandolinengruppe des Wandervereins Edelweiß
Von der Kapelle bis zum MainuferSechs Stationen erläutern Schönheiten und Besonderheiten Obernaus Der Weg durch die Obernauer Kulturlandschaft führt an sechs Stationen mit großen Informationstafeln vorbei. Station 1
ist Ausgangs- und Endpunkt. Sie weist auf die Wendelinuskapelle hin,
die dem Schutzpatron der Hirten und Landleute geweiht und einer
privaten Stiftung zu verdanken ist. Daneben symbolisiert das
Kriegerdenkmal von 1922 Trauer und Flehen um Frieden. Im gegensatz zu
anderen zeitgenössischen Denkmalen verzichtet es auf martialische
Drohgebärden. Der 1913 eingeweihte Kreuzweg führ hinauf zur Station 2. Station 2
die Kapelle „Maria Frieden“ entstand 1712. Ihre heutige Form erhielt
sie 1921 dank der Spende eines nach Übersee ausgewanderten Obernauers.
Sie ist Ziel regelmäßiger Wallfahrten aus dem Dekanat sowie Station auf
dem Fränkischen Marienweg und des Jakobsweges Aschaffenburg – Colmar.
Weil sie ein beliebtes Wanderziel im Wald ist, weist die Infotafel auch
auf frühere Formen der Waldnutzung und die Umwandlung in einen
Mischwald durch das städtische Forstamt hin. Station 3
liegt am so genannten Judenpfad der vom Maintal hinauf zum
Judenfriedhof am Erbighang führt. Ihn nutzten einst jüdische
Viehhändler, die für die Wirtschaft des Spessarts wichtig waren.
Obernau war eines der wenigen Dörfer, in denen sich Juden ansiedeln und
ihren Handel organisieren durften. Inmitten ihres Siedlungsraumes lag
der im 18. Jahrhundert angelegte jüdische Bezirksfriedhof mit 584
Gräbern. Station 4 informiert am schönsten
Aussichtspunkt in der Gemarkung über die blütenreichen
„Flachland-Mähwiesen“ die zum 177 Hektar großen Schutzgebiet
„Streuobstwiesen zwischen Bischberg und Erbig“ gehören und unter
besonderem Landschaftsschutz (EU-Richtlinien) stehen. Sie bieten mehr
als 40 Pflanzen- und und unzähligen Tierarten Lebensraum.
Landschaftspflege in diesem Bereich soll „Verbuschung“ verhindern und
den Blick zu den Hängen von Vorspessart, Odenwald und Taunus erhalten. Station 5
weist am Mainufer auf das Zusammenwirken von Fluss und Siedlungsraum
hin. Sie stellt die Geschichte der Mainschifffahrt und der Obernauer
Schleuse dar. Die Bewohner ließen einst Gänse auf die Mainwiese. Später
entwickelte sich der Uferbereich zu einem Erholungsraum. Deshalb war es
den Obernauern wichtig, dass nicht diese Flussseite für den geplanten
Erweiterungsbau der Schleuse genutzt wird. Station 6
erzählt die Baugeschichte des 1191 erstmals urkundlich erwähnten
Dorfes, das bis 1814 geistlicher Oberhoheit unterstand, bis es
selbständige Gemeinde im bayerischen Landkreis Aschaffenburg und 1978
Teil der großen Nachbarstadt wurde. Das historische Ortsbild beherrscht
die Hauptstraße mit dem ehemaligen Rathaus und dem Barockturm der
ehemaligen Pfarrkirche, die 1960 einem Neubau mit viel kunstvoller
Innenausstattung weichen musste. EB
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