Pfarrei Obernau

Religiöser Impuls – Im Jüdischen erzählt man sich die Geschichte von einem Mann, der auf der Straße dahineilte, ohne nach links und rechts zu schauen. „Warum rennst du denn so?“, fragte ihn der Rabbi.

„Ich gehe meinem Erwerb nach“, antwortete der Mann. „Und woher weißt du“, fragte der Rabbi weiter, „dass der Erwerb vor dir herläuft, dass du ihm also nachjagen musst? Vielleicht ist er dir im Rücken und du brauchst nur innezuhalten, um ihm zu begegnen.“

Die Arbeit im Rücken haben, das könnte bedeuten: Die Arbeit endlich hinter sich gelassen haben, abschalten, sein freies Wochenende oder den Urlaub genießen.

Am 1. Mai, dem Festtag des heiligen Josef des Arbeiters rückt die Kirche die Arbeit in ein anderes Licht. Gott hat dem Menschen den Auftrag gegeben, die Erde zu bewohnen, sich „die Erde untertan zu machen“, sie also durch Arbeit zu beherrschen. Wie sehr ist dieses Wort missverstanden worden, gerade so, als sei es ein Freibrief für die Ausbeutung der Erde! Wenn die Bibel vom „Untertan machen“ spricht, dann spricht sie von dem Auftrag Gottes an den Menschen, durch seine Arbeit auch unter Mühen der Schöpfung und den Menschen zu dienen, verantwortlich mit der Erde umzugehen, Mitschöpfer zu sein an dem, was dem Menschen von Gott anvertraut worden ist.

Ein solches Bild von der Arbeit im Rücken zu haben, lässt innehalten und vielleicht eine neue Motivation für die Arbeit gewinnen.

Für das Seelsorgeteam 
Peter Spielmann

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