Pfarrei Obernau

Aschaffenburg-Obernau – Vor fünf Jahren wurde die Pfarreiengemeinschaft »Maria Frieden« gegründet, jetzt wird erstmals ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat gewählt. Dies beschlossen die noch amtierenden Pfarrgemeinderäte der Schweinheimer Pfarreien Maria Geburt und St. Gertrud sowie die Gremien von St. Matthäus (Gailbach) und St. Peter und Paul (Obernau). In einer Pfarrversammlung (Neujahrsempfang) im Obernauer Pfarrsaal stellten sich die 19 Kandidaten aus den drei Stadtteilen den Gemeindemitgliedern vor.

Der am 16. Februar zu wählende gemeinsame Pfarrgemeinderat wird aus 16Mitgliedern bestehen. Damit sichergestellt ist, dass jede Pfarrei in diesemGremium vertreten ist, gehören diesem jeweils die zwei Kandidaten mit denmeisten Stimmen aus der jeweiligen Gemeinde an. Die weiteren acht Plätze im gemeinsamen Pfarrgemeinderat werden unabhängig vonder Pfarreizugehörigkeit nach der Stimmenzahl vergeben. Obernaus bisherigerPfarrgemeinderatsvorsitzender Helmut Breitenbach begründete das Votum für diegemeinsame Wahl mit der Notwendigkeit des Zusammenwachsens. Wenn es auf derpastoralen Ebene bereits eine Leitungsfunktion gebe, müsse es auch einentsprechendes Gremium auf der Laienebene geben, um gemeinsame Anliegenbesprechen zu können.
Als Beispiel nannte Breitenbach die Entscheidung, dass künftig Kinder erstgefirmt werden, wenn sie Jahrgangsstufe der neunten Schulklasse erreichen stattwie bisher die sechste Klasse. Auch in der Jugendarbeit können man»Synergieeffekte« nutzen, wenn man diese gemeinsam anpacke. Wie Breitenbach weiter ausführte, sollen für die örtlichen Anliegen besonderesechsköpfige »Ortsgremien« eingerichtet werden, um Gottesdienste auszugestaltenoder örtliche Veranstaltungen wie das Kapellenfest und dieFronleichnamsprozession vorzubereiten.
Diesen Gremien würden dann die gewählten Pfarrgemeinderäte der betreffendenOrtsgemeinde sowie weitere zu berufende Personen angehören.
Das Versprechen,sich für ein Zusammenwachsen und ein stärkeres Miteinander innerhalb derPfarreiengemeinschaft einzusetzen, zog sich wie ein roter Faden durch dieVorstellungsrunde. »Der Berg, auf dem unsere Waldkapelle steht, muss unskünftig verbinden, statt zu trennen«, brachte es einer der Kandidaten auf denPunkt.
Kritik gab es in der mit mehr als 100 Gemeindemitgliedern gut besuchtenPfarrversammlung an der Organisation der Kandidatenvorstellung, denn einegemeinsame Vorstellungsrunde war nur für Obernau vorgesehen.
»Wie sollen die Gailbacher und Schweinheimer die Obernauer Kandidatenkennenlernen, wenn diese sich nicht auch dort vorstellen können?« lautete einemit viel Beifall bedachte Frage aus dem Publikum.
Nicht betroffen von der Umstrukturierung sind die Kirchenverwaltungen, die fürHaushalt, Finanzen und Bauunterhaltung der nach wie vor als juristischeKörperschaft weiterbestehenden Gemeinden zuständig sind. Für gemeinsamefinanzielle Angelegenheiten soll demnächst innerhalb der Pfarreigemeinschaft»Maria Frieden« ein gemeinsamer Finanzausschuss gebildet werden.
In seinem Rückblick auf das abgelaufene Jahr nanntePfarrgemeinderatsvorsitzender Breitenbach die beiden Kapellenfeste, denFirmungsgottesdienst mit Weihbischof Ulrich Boom sowie die Kirchweih im Oktoberals besonders herausragende Ereignisse. Für die Kirchenverwaltung erwähnteThomas Reinhard die Sanierung der Orgel, die Unterstützung der Pfarrbüchereiund die Erneuerung der Beleuchtung in der Rosenkranzkapelle.

1300 Euro für Flutopfer
Besonders stolz ist die Gemeinde, dass aus der Kollekte von zwei Gottesdienstenan einem einzigen Wochenende 1300 Euro für die Flutopfer auf den Philippinenzusammenkamen und in die Obhut des Schweinheimer Tom Griesbeck aus der PfarreiMaria Geburt gegeben werden konnte. Dieser leistet derzeit sein freiwilligessoziales Jahr auf den Philippinen ab.

In Obernau steht 2014 die Renovierung der Küche des Pfarrsaals an. Dieser sollauch eine neue Lautsprecheranlage erhalten. Pfarrer Erhard Kroth wies auf denökumenischen Weltgebetstag der Frauen am sowie auf die geplantenVeranstaltungen zum »Jahr der Bibel« 2014 mit einem Bibelseminar an dreiAbenden im Monat März hin.  

Die Kandidaten für »Maria Frieden«

Maria Geburt Schweinheim
Günther Christl, Michael Fleckenstein, Karl Hock, Thomas Zürn,
St. Gertrud Schweinheim
Armin Hillebrand,Christiane Karpf,  Otmar Kolb, Jutta Roth,  Andja Scheidler
St. Matthäus Gailbach
edikt Carl,  Mechthild Kneisel, Gerald Otter, Heike Striegl.
St. Peter und Paul Obernau
Engelbert Burkhard, KatrinErdmann, Ursula Gebhardt, Ansgar Kehrer, Thomas Reinhard, Peter Spielmann.

 Ernst Bäppler

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