Pfarrei Obernau

Aschaffenburg-Obernau – Ein Markierungsstein an der Obernauer Kapelle „Maria Frieden“ weist seit kurzem auf den hier vorbeiführenden Aschaffenburger Ast des fränkischen Jakobswegs hin. In einer Andacht am vergangenen Sonntag, den Obernaus Katholiken zugleich als Kapellenfest anlässlich der Gedenktage „Mariä Namen“ und „Mariä Schmerzen“ (sie fallen auf den 12. und 15 September) feiern, wurde der Stein durch Pfarrer Monsignore Erhard Kroth, der Pfarrgemeinde St. Peter- und Paul feierlich gesegnet.

Seit der Jahrtausendwende brechenauch vom bayerischen Untermain immer mehr Pilger zum Grab des Heiligen Jakobusin Santiago auf. Ausgangspunkt dieserwestfränkischen Route ist der AschaffenburgerStiftsbrunnen, in dessen Ornamentik das Muschelsymbol auftaucht. Der Weg führtweiter über den Mainwanderweg und den Obernauer Kapellenweg hinauf zurWaldkapelle, von dort über die Leidersbacher Jakobuskirche, Klingenberg,Kloster Engelberg, Walldürn, Maulbronn, den Hochschwarzwald und Breisach bisnach Colmar, wo er sich mit anderen Pilgerrouten in Richtung burgundischePforte vereinigt. Ausgangs- und Endpunktdieses westfränkischen Astes sind durch Matthias Grünewalds „Beweinung Christi“in der hiesigen Stiftskirche und den „Isenheimer Altar“ in Colmar in besondererWeise verbunden.

Der vom Obernauer Bürger PeterSpielmann, einem engagierten Jakobspilger, gestiftete Markierungsstein trägt inseiner durch den Obernauer Steinmetzmeister Gerhard Gröters gestaltetenInschrift die Zahl „2445“. Es sind die durch die fränkische Jakobusgesellschaftexakt festgestellten Anzahl Kilometer auf dem Weg über Colmar nach Santiago deCompostela. Ferner liest der vorbeikommende Pilger die Inschriftsworte„Ultreia!“. Dies, so hieß es in der Andacht, sei der mittelalterliche Pilgerrufund bedeute „Weiter! Geht weiter“. Die Antwort des Pilgers sei gewesen „E suseia“ (Und immer höher hinauf). Dieser Pilgerruf werde auch Jesus in einemfrühchristlichen Text in den Mund gelegt: „Seien wir Vorübergehende.“Monsignore Kroth und Peter Spielmann leiten hieraus die Botschaft desMarkierungssteins ab: Man soll immer neu aufbrechen, um auf Gott und dieMenschen zugzugehen auf einem Weg, der vom Dunkel zum Licht führt.

Nicht nur für Jakobspilger istdie Waldkapelle Maria Frieden eine wichtige Gebetsstation, sondern auch für Wallfahrer,die auf dem fränkischen Marienweg unterwegs sind. Seine „Westschleife“ führtebenfalls durch den Obernauer Wald. Seiteiniger Zeit weist eine Plakette an der Außenwandder Kapelle darauf hin. In ihrem Inneren ist ein Stempel für das Pilgerbuchausgelegt.

weitere Informationen imInternet:    

www.fraenkischer-jakobsweg.de

www.fraenkischer-marienweg.de

 

Ernst Bäppler (schreibt auch Beiträge für das Main-Echo)

 

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